Laufender gesunder Hund

TopDog-Trainer Jörg Müller:

Hund und Hundeführer des Monats April ist die Familie S. aus Duisburg!

Ihr Hund „ Coffe“ kommt aus dem Auslandstierschutz und zeigte sich sehr unsicher. Nachdem wir einen Verhaltenstest gemacht hatten und „Coffe“ so besser Einschätzen konnten begannen wir mit der Ausbildung.
Hier ein Erfahrungsbericht der Familie mit kurzen Erklärungen von mir wie wir vorgegangen sind:

Ende 2015 hatten wir uns entschlossen, einen von über 5.000 Hunden aus dem Tierheim Smoira in Rumänien zu retten. Unsere Tochter hat anhand von nur einem Foto je Hund von dort unsere „Coffe“ ausgesucht, eine „mittelgroße Junghündin „ , die ca. 40 cm groß sein sollte und schon 8 – 9 Monate alt war, kastriert und auch geimpft.

Am 3.12.2015 wurde uns „Coffe“ mit dem wöchentlichen Transport über 3 Tage von Rumänien über Süddeutschland dann direkt nachts um 0.00 Uhr vor die Haustüre gebracht. Als die Hundebox bei uns im Wohnzimmer geöffnet wurde, erblickten wir einen völlig verstörten und verängstigten Hund. Die ersten 2 Tage ist sie aus dem kleine Gäste-WC gar nicht herausgekommen. Schließlich haben wir sie herausgetragen zumindest bis in ihre große offene Hundebox im Wohnzimmer, die sie auch gleich annahm. Von da aus ging es dann auch gleich auf die Couch. Wir haben sie gelassen weil wir froh waren, dass sie sich überhaupt bewegte. Sie hatte Angst einfach vor allem. Geräusche, Menschen – besonders Männer -, Licht bzw. Lichtschein an Wand und Decke, Autos etc. Wir haben zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht, dass wir jemals mit ihr vor die Tür kommen würden und einen ordentlichen Spaziergang machen könnten. Die Leute haben uns immer schon gefragt, ob wir überhaupt einen Hund hätten 

Erklärung TopDog:

Unsicherheit ist etwas anderes als Furcht und Furcht unterscheidet sich erheblich von Angst.  Angst oder Furcht bei Tierheim / Auslandshunden erzeugen ein seelisches Ungleichgewicht, das durch instabile Verhaltensweisen zum Ausdruck gebracht wird. Für einen Zuwachs an Stabilität ist es fast immer der falsche Weg, KONFLIKTVERMEIDUNG anzustrengen. Stattdessen sind neben der Vermittlung von Sicherheit und vor allem Ruhephasen kluge Strategien erforderlich, die eine bessere KONFLIKTBEWÄLTIGUNG zum Ziel haben.
Im Vordergrund steht dabei neben der Stärkung des Selbstbewusstseins die Förderung von Eigeninitiative im Konfliktgeschehen.

Ängstliche Tierheim / Auslandshunde können und sollen lernen, dass sie durch Eigeninitiative und zunehmendes Selbstvertrauen bislang nichtlösbare Probleme bewältigen.

Wir hatten uns natürlich sofort um einen Hundetrainer bemüht weil uns klar war, dass wir das alleine nicht schaffen würden. Bei zwei Hundeschulen aus der näheren Umgebung hatten wir angerufen. Die hatten anscheinend kein Interesse an Privatunterricht. Dann wurde uns von einer Bekannten aus Rahm TopDog-Training empfohlen. Wir haben angerufen und Jörg Müller hat sich sofort zurück gemeldet und ist auch gleich am nächsten Tag zu uns nach Hause gekommen, um sich ein Bild zu machen. Auch er sagte, dass ein Gruppentraining noch nicht möglich wäre. Daher hat „Coffe“ Privatunterricht“ zu Hause genossen einige Wochen. Jörg hat uns wertvolle Tipps gegeben. Ganz besonders wichtig war dabei für uns zu lernen, dass die Hundehalter eigentlich die meisten Fehler machen.  Auch unsere Unsicherheit, die sich natürlich auch auf den Hund überträgt, konnte er uns schnell nehmen. Er hat uns auf viele Dinge aufmerksam gemacht. Nachdem das „Inhouse-Training“ abgeschlossen war, waren wir auch gemeinsam in unserem Garten und spazieren. Darauf aufbauend haben wir das Training bis zur nächsten Unterrichtsstunde versucht, zu festigen, was nicht immer gelang. Aber wir hatten Glück: „Coffe“ ist zwar eine sehr ängstliche Hündin, allerdings auch eine sehr Neugiere, wie uns Jörg immer wieder bestätigte.
Im Februar 2016 konnten wir schon mit der Welpenschule anfangen in der Gruppe. Die ersten beiden Male waren aber gar keine anderen Welpen anwesend, sodass wir nochmals Einzeltraining genießen konnten. Und dann lief eigentlich alles von ganz alleine. Zwischenzeitlich sind wir zu den „Junghunden“ aufgestiegen. Coffe kennt den Trainingsplatz und das klappt dort natürlich ganz gut. Aber dadurch, dass wir sie immer wieder neuen unbekannten Situationen aussetzen, wie von Jörg empfohlen, lernt sie immer weiter:

Erklärung TopDog:

Wir gaben also Coffe Aufgaben die sie forderten aber die sie schaffen konnte.
Z.B. ein Leckerlie so hinlegen das sie es sieht oder weiß wo es ist, sie aber sich überwinden muss es zu holen. Der Part von der Familie war jetzt wenn Coffe sich traut, also in einer vorwärtbewegung ist, durch Zuspruch / Lob COFFE  sozial zu unterstützen. Um so die kleine Fellnase selbständiger und selbstbewußter zu machen.

Nach nunmehr erst 4 Monaten bei uns zu Hause und in den Händen von Topdog-Training kennt und befolgt sie bereits folgende Kommandos:
Hier (sie kommt aber leider noch nicht immer, noch nicht !!!)
Nein / Sitz / Platz / Bleib / Such / Pfötchen geben links und rechts (ganz wichtig). Das hätten wir Weihnachten noch gar nicht für möglich gehalten. Unseren Garten verteidigt sie bereits lautstark, aber immer freundlich schwanzwedelnd. Sie beißt nicht, ist super lieb zu Kindern, auch fremden.
Sie kann unterscheiden, wenn jemand Bekanntes uns besuchen kommt oder wer „noch“ fremd ist. Dann wird auch gebellt. Finden wir aber nicht schlimm dann. Sie fährt mit uns problemlos Auto, zwar aufgeregt, aber das darf sie auch sein. Zum Tierarzt muss ich sie nicht mehr herein- und heraustragen.

Wir können TopDog-Training nur wärmstens empfehlen und danken an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich für die Unterstützung und Geduld (mit uns). Wir machen auf jeden Fall weiter, denn das ganze ist natürlich nicht nur auch noch steigerungsfähig, sondern macht auch noch richtig Spaß !

Erklärung TopDog:

Gleichzeitig wurde an der Beziehung und Bindung gearbeitet.
In der Tat ist es so, dass häufig von einer notwendigen guten „Beziehung“ als Grundlage für ein gut funktionierendes Mensch- Hund- Team gesprochen wird. Aber um die Beziehung geht es nicht alleine. Die besteht bereits nach wenigen Kontakten mit dem Welpen oder dem Hund. Entscheidend für ein gut funktionierendes und vor allem harmonisch abgestimmtes Mensch- Hund- Team ist die Bindung. Gerade im Bereich des Bindungsaufbaus gibt es massive Missverständnisse. So denken viele, dass sie eine tolle Bindung zu ihrem Vierbeiner durch körperliche Nähe und ausgiebiges Streicheln erzielt wird und rücken deshalb dem Hund ständig auf die Pelle. Dadurch kann aber keine Bindung aufgebaut werden, man erreicht eher das Gegenteil. Bindung kann nicht durch extreme soziale Zuwendung aufgebaut werden! Je mehr Zuwendung aufgebracht wird, umso mehr geht der Beziehungspartner- in unserem Fall der Hund- auf Abstand. Erst durch Distanzverhalten wird das Interesse geweckt. Bindung wird also in erster Linie nicht durch soziale Zuwendung erreicht, sondern durch soziale Distanz. So erhält der Beziehungspartner die Möglichkeit zu einer Annäherung durch Eigeninitiative.

Familie S. hat es durch viel Liebe, Ausdauer und Konsequenz geschafft „Coffe“ mehr Selbstvertrauen zu geben. Diese möchte ich unterstützen und belohnen, in dem Ich ihnen einen Monat Crossdogging schenke. WEITER SO

Mehr Info zu unserem Trainer Jörg Müller finden Sie HIER!

 

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